Mut zu Neuem

Die Häuser der Vinzenz Gruppe sind immer auf der Suche nach Antworten auf Probleme, für die es im System noch keine Lösung gibt. Zugunsten der Menschen in allen Lebensphasen.

Eltern-Kind-Zentrum

Jede Frau, die eine oder sogar mehrere Geburten erlebt hat, erinnert sich ihr Leben lang an dieses Wunder der Natur. Junge Mütter wünschen sich gleichermaßen eine familiäre Atmosphäre und topprofessionelle medizinische Betreuung. Im St. Josef Krankenhaus Wien ist seit vielen Jahrzehnten eine möglichst natürliche Geburtshilfe etabliert. Vor zwei Jahren entstand durch die Zusammenlegung mit der Geburtshilfe des Göttlicher Heiland Krankenhauses die größte Geburtsklinik in Wien. Rund 3.800 Babys kommen hier pro Jahr zur Welt. Manche von ihnen sind viel zu früh dran und brauchen die intensive medizinische Betreuung der Neonatologie.

Um die psychosoziale und emotionale Entwicklung frühgeborener Kinder zu fördern, werden auf der Neonatologie die Eltern in die Babypflege sehr stark einbezogen. Sie leben rund um die Uhr mit ihrem Baby – dank eines innovativen Raumkonzeptes in Wohnraumatmosphäre. Gedämpfter Schall, dunkle Räume und indirektes Licht vermitteln dem Säugling Geborgenheit. Medizin mit Qualität und Seele kann spätere Folgen der vorzeitigen Geburt vermeiden.

Pioniere der Psychosomatik

Vor 28 Jahren war das Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien das erste Krankenhaus mit psychosomatischen Angebote in der Inneren Medizin. Absicht dabei ist es, psychosoziale Faktoren bei der Behandlung von Erkrankungen zu berücksichtigen. Obwohl nicht alle Leistungen von Beginn an finanziert wurden, führten die Verantwortlichen die Therapie im Sinne einer „Linderung der Not der Zeit“ weiter.

Mittlerweile ist die III. Medizinische Abteilung für Innere Medizin und Psychosomatik längst etabliert. Seit dem Jahr 2000 setzt sie Schwerpunkte etwa auf Essstörungen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und andere Leiden, bei denen die Psyche und der Körper untersucht und betreut werden. Ärztinnen und Ärzte und Therapeutinnen und Therapeuten verschiedener Fachrichtungen führen ihre Wahrnehmungen in Teambesprechungen zu einem ganzheitlichen Bild des kranken Menschen zusammen. Die tagesklinischen und stationären Programme dauern bis zu zehn Wochen, in denen teilweise mehr als 100 Stunden Psychotherapie stattfinden. Die Psychosomatik ist heute anerkannt und die Angebote werden finanziert. Patientinnen und Patienten mit manchmal sogar lebensbedrohlichem Über- oder Untergewicht finden Hilfe in einer Coping-School und einer Essstörungs-Unit. Bei Essstörungen arbeitet die Abteilung eng mit dem ambulanten Therapieangebot des sowhat. Kompetenzzentrums für Essstörungen zusammen, das seit drei Jahren zu Vinzenz Gruppe Service gehört.

Integrierter Blick auf die Wirbelsäule

Patienten mit schlimmen Rückenproblemen irren oft lange von Ordination zu Ordination und hören viele verschiedene Therapieansätze. Das Orthopädische Spital Speising ist mit dem Wirbelsäulenzentrum seit sechs Jahren einzigartiger Taktgeber für eine integrierte Versorgung. Alle Patientinnen und Patienten werden in der Ambulanz von zwei Ärzten begutachtet, einem konservativ (nicht operativ) ausgerichteten und einem Chirurgen. 

Ziel der integrierten Versorgung ist, mit Patientinnen und Patienten gemeinsam die beste Lösung für eine Therapie zu erarbeiten. Zusätzlich ist im Wirbelsäulenzentrum eine ambulante Telefonberatung angesiedelt, die „spineLine“. Am Telefon schildert die Patientin bzw. der Patient der Fachärztin bzw. dem Facharzt ihre bzw. seine Beschwerden, liest Befunde vor und wird beraten, ob sie bzw. er in eine Ordination oder in die Ambulanz gehen soll oder sich vorerst mit Selbstmedikation und Übungen behelfen kann.

Pioniere der Orthopädie

Jede vierte orthopädische Behandlung in Österreich findet in einem der Häuser der Vinzenz Gruppe statt. Die Vinzenz Gruppe ist auch Vorreiterin bei Angeboten für ambulante Rehabilitation. In Wien finden neun von zehn ambulanten orthopädischen Rehabilitationen in unserer Einrichtung statt.

Viele Abteilungen der Krankenhäuser unterziehen sich quer durch alle Fachrichtungen regelmäßig einem international standardisierten Qualitätsmanagement und werden laufend von hausfremden Fachleuten streng überprüft. Ein Beispiel dafür ist das erste zertifizierte Zentrum für Fuß- und Sprunggelenks-Chirurgie (FussCert) Österreichs im Herz-Jesu Krankenhaus. Von der Hammerzehe bis zum künstlichen Fußgelenk – in diesem Wiener Spital erwartet Patientinnen und Patienten, die operiert werden müssen, eine zertifizierte hohe Behandlungsqualität.

Roboter im OP-Saal

Das Ordensklinikum Linz ist Rekordhalter bei der Versorgung urologischer Patienten. Diese Abteilung ist mit jährlich mehr als 1.400 stationären und tagesklinischen Aufnahmen bei Krebserkrankungen von Prostata, Hoden und Penis der mit Abstand führende Versorger in Österreich (Quelle: Spitalskompass 2016).

Vor zwölf Jahren kam erstmals ein innovativer OP-Assistent bei einer Prostatakrebs-OP zum Einsatz, der Roboter „Da Vinci“. Er arbeitet minimalinvasiv, sicher, präzise und schonend. Mit mittlerweile mehr als 3.000 Eingriffen ist das Ordensklinikum Linz Österreichs Nummer eins in der Roboterchirurgie.

Erste Hilfe rettet Lebensqualität

Die Wurzeln des Barmherzige Schwestern Krankenhauses Ried reichen bis in das Jahr 1826 zurück. Aus dem damaligen Lazarett für Soldaten, Durchreisende und Pilger wurde ein Schwerpunktkrankenhaus mit 18 medizinischen Abteilungen und Instituten. Mit der Eröffnung der Neurologie im Jahr 2003 kam die erste Schlaganfall-Einheit ins Innviertel. Ein speziell ausgebildetes Team, topmoderne Diagnostik und gezielte Therapien sichern die optimale Akutversorgung.

Jeder Schlaganfall (englisch: Stroke) ist ein Notfall, und es heißt: „Zeit ist Hirn!“ Diese plötzlich auftretende Durchblutungsstörung im Gehirn muss nämlich schnellstens richtig versorgt werden, um die Folgeschäden so gering wie möglich zu halten. Die Rieder Stroke-Unit hat bereits Hunderten Patientinnen und Patienten das Leben gerettet und Tausende vor schweren Dauerfolgen bewahrt.

Der Tod als Teil des Lebens

Irgendwann kommt für uns alle der Herbst des Lebens, egal in welchem Alter. Als im Jahre 1992 im Göttlicher Heiland Krankenhaus Wien die erste Palliativstation Österreichs gegründet wurde, war der Tod im Gesundheitswesen ein Tabuthema. Unheilbar Kranke wurden in ihren letzten Stunden damals in vielen Spitälern in ein leeres Zimmer geschoben oder, noch schlimmer, nur durch einen Paravent von den anderen Kranken getrennt. Der Hospizgedanke war revolutionär, und die Ordensschwestern vom Göttlichen Erlöser finanzierten das erste Hospiz Österreichs aus eigenen Mitteln und Spenden.

In der Palliativstation St. Raphael werden pro Jahr rund 220 Menschen betreut, seit der Gründung waren es fast 5.000. Hier arbeiten Expertinnen und Experten für Palliativmedizin, Pflege, Physio-, Ergo- und Psychotherapie, Logopädie, Diätologie, Sozialarbeit und Seelsorge sowie ehrenamtlich Mitarbeitende zusammen. Dieses Team gibt den unheilbar Kranken und ihren Angehörigen den Raum, Wichtiges zu besprechen oder alte Verletzungen zu heilen.

Das braucht Zuwendung und Aufmerksamkeit für alle Beteiligten. 28 Jahre nach der Gründung ist diese Abteilung nicht mehr die einzige in Österreich. Spenden ermöglichen solche Leistungen, die weit über das übliche Maß hinausgehen. Damit der Abschied vom Leben genauso würdevoll und menschlich verläuft wie der Start, die Geburt. 

Mehr Kraft für das Herz

Auf die Rehabilitation nach einer anderen schweren Gefäßerkrankung ist die HerzReha Bad Ischl spezialisiert. Sie nimmt eine Vorreiterrolle in der medizinischen Trainingstherapie ein und setzt neben Ausdauertraining seit fünf Jahren auf ein spezielles Krafttraining für Herzpatientinnen und -patienten. An speziellen Kraftgeräten bekommen sie laufend Feedback, ob eine Bewegung im richtigen Tempo ausgeführt wird. Diese Geräte sind nicht von Gewichten, sondern von Motoren gesteuert und passen sich ständig an, je nachdem, welche Zielvorgaben das Therapeutenteam programmiert und auf einer Chipkarte gespeichert hat. 

Ältere und leistungsschwache Patientinnen und Patienten schätzen dieses Training sehr, weil sich ihre Leistungen während des Reha-Aufenthaltes messbar steigern. An Spitzentagen trainieren täglich fast zwei Drittel der Patienten in der Krafttrainings-Therapie. 

 

Digitales Zeitalter

Die Digitalisierung hat längst in allen Häusern der Vinzenz Gruppe Einzug gehalten. Telemedizin und digitale Ambulanzen waren im Göttlicher Heiland Krankenhaus Wien und am Ordensklinikum Linz bereits startklar, als die Coronapandemie den Alltag veränderte. Die Barmherzige Schwestern Pflege GmbH hatte sich in der Dokumentation bereits vor mehr als zehn Jahren von der Zettelwirtschaft verabschiedet. Die Bereiche Medizin, Therapie, Seniorenbetreuung und Seelsorge werden digital verwaltet, Hausärzte haben Fernzugriff, und während der Coronapandemie zeigten sich die großen Vorteile. Die vereinfachte Bürokratie gibt den Pflegerinnen und Pflegern mehr Zeit zur persönlichen Betreuung, was den Bewohnern zugutekommt.