Wie schütze ich mich, wie die anderen?

Die Stoffmaske: Gibt es in allen möglichen Formen und Farben und ist durchaus auch als modisches Statement zu verstehen. Außerdem schont man durch das Wiederverwenden die Umwelt. Stoffmasken eignen sich vor allem für den privaten Gebrauch, etwa beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Sie schützten unsere Mitmenschen vor Tröpfchen, die beim Husten, Niesen und Sprechen entstehen, nicht aber den Träger / die Trägerin selbst vor Ansteckung.

Der Mund-Nasen-Schutz („Einmal-Maske“): Hier verhält es sich ähnlich wie bei der Stoffmaske. Er schützt in vor allem meine Umgebung, nicht aber mich selbst vor Ansteckung und ist zum einmaligen Gebrauch gedacht. Er sollte wenn durchnässt beziehungsweise spätestens am Ende des Tages weggeworfen werden.

FFP 2 oder Masken ohne Ventil: Diese Masken filtrieren die Luft und fangen Partikel mit einem Durchmesser von circa 0,6 Mikrometer und größer ab. Sie schützen nicht nur die Umgebung, sondern auch den Träger / die Trägerin selbst vor Ansteckung durch Andere. FFP 2-Masken waren vor allem in medizinischen Einrichtungen in Verwendung, mittlerweile sieht man sie auch im alltäglichen Leben immer öfter. Auch diese Masken müssen bei Durchfeuchtung  und Verschmutzung beziehungsweise täglich gewechselt werden.

Masken mit Ventil: Erhöhen einerseits den Tragkomfort und schützen den Träger / die Trägerin vor Ansteckung. Dieser Maskentyp ermöglicht allerdings, dass die  eigene, ausgeatmete Luft ungefiltert in die Umgebung gelangt. 

FFP 3 Masken: Sollten ausschließend in medizinischen Einrichtungen verwendet werden.

Übrigens: Damit eine Atemschutzmaske das CE-Kennzeichen sowie die Kennzeichnung FFP2 oder FFP3 tragen darf, muss sie die Prüfvorgaben der Europäischen Norm erfüllen. Dabei werden unter anderem die Filterleistung und der Dichtsitz der Maske geprüft. Werden alle Prüfkriterien eingehalten, dann kann die Atemschutzmaske entsprechend der EU-Verordnung zertifiziert werden.

Tipps zum Thema Hygiene & Aufbewahrung:

  • Stoffmasken sollten täglich gewechselt und bei 60 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden. Heiß Bügeln erhöht die Sicherheit. Durchnässte Masken bitte gleich wechseln und sicherheitshalber eine Reserve-Maske mitnehmen.
  • Frische Stoff-Masken unterwegs am besten in einem sauberen Säckchen aufbewahren (zum Beispiel Gefrierbeutel mit Verschluss oder verschließbarer, waschbarer Stoffbeutel). Gebrauchte Stoffmasken getrennt von sauberen Masken ebenfalls in verschließbaren Säckchen aufbewahren. Bitte nicht in die Hand- oder Hosentasche „hineinwurschteln“.
  • Die Masken immer nur an den Gummibändern und nie vorne angreifen.
  • MNS und FFP-Masken sind Einmalprodukte und dürfen nicht gewaschen werden. Sie landen nach Gebrauch bitte im Müll.

 

Maria Wolf-Lechner, Hygienefachkraft im Göttlicher Heiland Krankenhaus Wien

Soll ich mich zum Weihnachtsfest testen lassen?

Mutter und Vater umarmen, mit Freunden und Geschwistern Kekse sorglos verspeisen – danach sehnen wir uns nach fast einem Jahr voller sozialer Distanz. Dementsprechend groß ist die Nachfrage nach Antigen- und PCR-Tests vor dem Heiligen Abend, das weiß auch Stylianos Kapiotis, Labormediziner und Geschäftsführer der „Labcon“ – dem Labor der Vinzenz Gruppe. Die Stadt Wien hat deswegen die sogenannten „Massentests“ sogar extra verlängert - alle drei Teststraßen werden weiterhin betrieben.

Landesweit vermelden Apotheken, Ärzte und Labore einen Ansturm auf ihre Services und Produkte. Am beliebtesten sind sogenannte Schnelltests (Antigen-Tests), auch weil sie verhältnismäßig günstig sind. Doch obwohl verlässliche Hersteller wie Roche, Abbott, Siemens & Co eine sehr hohe Sensitivität bezüglich einer Infektion angeben, kommt es in der Praxis zu Unsicherheitsfaktoren. Vor allem bei der Entnahme der Proben können Fehler passieren, die Tests sind eigentlich nur für den Gebrauch bei medizinischem und dementsprechend geschultem Personal zugelassen.

Sich das „Teststaberl“ wirklich tief in die Nase einzuführen, ist nicht jedermanns Sache, besser man lässt einen Spezialisten ran und zwar so knapp vor der Feier wie nur möglich. Schnelltests bieten übrigens nur eine reine Momentaufnahme, aussagekräftiger ist der genauere und teurere PCR-Test – allerdings wartet man ein bis zwei Tage auf das Ergebnis. Hier wird gegurgelt, was um einiges angenehmer ist. Er wird beim Arzt oder in speziellen Zentren durchgeführt, für den Heimgebrauch unter Anleitung via Smartphone gibt es ebenfalls gute Test Kits, etwa in Drogeriemärkten.

Ist das Weihnachtsfest getestet also sicher? Unter Vorbehalt. Denn Antigen-Tests können unter Umständen ein falsches Ergebnis bringen, und wer auf einen PCR-Test sitzt, müsste sich nach dem hoffentlich negativen Ergebnis und bis zum heiligen Abend absondern.  Wer also vorhat mit Menschen aus den bekannten Risikogruppen zu feiern, darunter ältere Personen und solche mit einem schlechten Immunsystem, setzt diese einem Rest-Risiko aus.

Eine Möglichkeit gibt es noch: Nämlich sich 10 Tage vor dem Zusammentreffen in strengste Quarantäne zu begeben – was in der Realität schwer umzusetzen ist. Ansonsten gilt für den Heiligen Abend was immer gilt, solange uns die Pandemie im Griff hat: 

  • regelmäßiges Händewaschen mit Seife
  • Einhalten der Husten- und Nies-Etikette
  • regelmäßiges Lüften der Räume
  • Abstand halten
  • gegebenenfalls Masken tragen

 

Weiterführende Infos:

Gesundheitshotline

Apothekerkammer

 

Stylianos Kapiotis, Labormediziner und Geschäftsführer der „Labcon“ – dem Labor der Vinzenz Gruppe

Soll ich die Maske auch im Freien tragen?

Better safe than sorry: Virenübertragung ist im Freien seltener, aber nicht ausgeschlossen. Das gilt nicht für einsame Waldspaziergänge, sondern für Orte, an denen sich gleichzeitig viele Menschen aufhalten, an stark frequentierten Plätzen und in engen Gassen ohne viel Ausweichmöglichkeit. Wenn Menschen husten, niesen oder laut sprechen, könnten sich Tröpfchen Meterweit von ihnen entfernt ausbreiten – auch draußen. Außerdem ist im Falle einer Infektion die wichtige Kontaktnachverfolgung praktisch unmöglich. Selbst wenn sich die Bundesländer nicht für Masken im Freien aussprechen, machen sie durchaus Sinn, wenn man sich an stark besuchten Orten aufhält oder sich mit jemanden unterhält.

Dr. Brigitte Erlacher, Internistin und Qualitätsmanagerin der Vinzenz Gruppe

Kann ich mich in einer Schlange anstecken?

Menschenmengen vor den Geschäften, lange Schlangen an den Kassen, dichtes Gedränge auf den Einkaufsstrassen und in den Shopping-Centern: Nicht jede/r hat die Weihnachtseinkäufe bereits erledigt. Doch kann ich mich in einer Warteschlange anstecken? Ja, man kann sich sogar im Freien in einer Warteschlange mit dem Corona-Virus infizieren – wenn man keinen Mund-Nasen-Schutz trägt und nicht den empfohlenen Abstand von 1,5 bis 2 Meter einhält. Bitte desinfizieren Sie auch Ihre Hände vor dem Auf- und Absetzen der Maske. 

Und in den Geschäften? Hören Sie auf Ihren Hausverstand und treten Sie nicht ein, wenn das Ausweichen unmöglich wird. Berühren Sie so wenig Gegenstände wie möglich und waschen Sie sich im Anschluss Ihre Hände mindestens 20 Sekunden einschließlich Handrücken, Fingerzwischenräumen und unter den Nägeln. Doch wie verhält man sich im Gedränge und geht rücksichtsvoll miteinander um? Mit Achtsamkeit und Aufmerksamkeit. In Zeiten der Pandemie muss man sich immer ein wenig mehr konzentrieren als man es gewohnt ist. Besser also mit dem Strom als dagegen schwimmen: So verhindert man irritierenden „Gegenverkehr“, dem man ausweichen muss und kann den Mindestabstand von 1,5 Metern besser einhalten. Und was, wenn man auf einen „Geisterfahrer“ trifft? Am besten signalisiert man höflich via Gestik und Mimik, wohin man gerne möchte, gewährt dem anderen gegebenenfalls die „Vorfahrt“ oder wartet in sicherem Abstand, bis der/diejenige weitergegangen ist. 

Dr. Brigitte Erlacher, Internistin und Qualitätsmanagerin der Vinzenz Gruppe