Die Vinzenz Gruppe präsentiert ihre Zukunftsstrategie

Um angesichts der Veränderungen im Gesundheitswesen ihre Leistungsangebote für die Patientinnen und Patienten noch besser ausrichten zu können, bündelt und erweitert die Vinzenz Gruppe ihre Angebote. Bis zum Jahr 2020 werden ihre fünf Wiener Krankenhäuser zu Fachkliniken ausgebaut. In Oberösterreich wird die Kooperation der beiden Schwerpunkt-Krankenhäuser der Barmherzigen Schwestern in Linz und Ried tiefgreifend geschärft. An jedem Krankenhaus-Standort wird zusätzlich ein „Gesundheitspark“ errichtet. Diese „Strategie 2020. Für eine gesunde Zukunft“  wurde anlässlich des 20. Geburtstags der Vinzenz Gruppe am 15. Oktober 2015 der Öffentlichkeit vorgestellt. 

Gerade als Träger von gemeinnützigen Ordenskrankenhäusern ist es uns wichtig, angesichts der gesellschaftlichen und gesundheitspolitischen Veränderungen heute schon Antworten für die Bedürfnisse der Patienten von morgen zu finden. Daher haben wir uns intensiv damit auseinandergesetzt, wie wir mit unseren Wiener Häusern das künftige Angebot des Wiener Krankenanstaltenverbunds bestmöglich ergänzen können. Das Ergebnis: Wir behalten die Standorte bei (Barmherzigen Schwestern Krankenhaus Wien, Göttlicher Heiland Krankenhaus, St. Josef Krankenhaus, Orthopädisches Spital Speising und Herz-Jesu Krankenhaus), aber schärfen das Profil. Wir bilden fünf Fachkliniken und bieten somit höchste Expertise für klar definierte Krankheitsbilder. Weiterhin erhalten bleibt das akutmedizinische Angebot an die Wiener Patienten. 

Wissen schafft Wissen

Aus medizinischer Sicht liegen die Vorteile von Fachkliniken auf der Hand: Wissen schafft Wissen. Hohe Fallzahlen bedeuten hohe Expertise, viel Erfahrung und Wissensvorsprung. Vor allem Patienten mit Krankheiten, die nicht so häufig sind, sind in entsprechenden Fachkliniken bestens aufgehoben. 

Größeres Angebot

Die Patienten werden künftig in den Wiener Krankenhäusern der Vinzenz Gruppe neben der gewohnten akutmedizinischen Versorgung ein größeres therapeutisches Angebot im jeweiligen Fachschwerpunkt vorfinden. Alle benötigten Experten sind im Haus, was kürzere Wege und die Vermeidung von Doppelbefundungen mit sich bringt. Mitarbeiter können mehr Erfahrung in einem medizinischen Schwerpunkt sammeln und sich spezialisieren. Eine Fachklinik mit hochspezialisierter Medizin ist zudem attraktiv für internationale Spitzenmediziner. 

Beginn 2014

Wir haben im Jahr 2014 den Startschuss für die Umsetzung des Strategieprozesses gegeben. Dabei haben wir eine erste strategische Veränderung umgesetzt. Diese betraf das Herz-Jesu und das St. Josef Krankenhaus. So wechselte Univ.-Doz. Dr. Johannes Zacherl vom Herz-Jesu Krankenhaus in das St. Josef-Krankenhaus, wo er die Leitung der Chirurgischen Abteilung übernahm. Zacherl ist einer der wenigen Experten für Speiseröhren- und Magenchirurgie und hat somit ein entsprechendes Zentrum im St. Josef Krankenhaus etabliert. Damit wurde das onkologische Spektrum dieses Krankenhauses deutlich erweitert.  
Anfang 2015 wurde die Chirurgische Abteilung des Herz-Jesu Krankenhaus von  Prim. Univ.-Prof. Mag. Dr. Klaus, der gleichzeitig Abteilungsleiter im Barmherzige Schwestern KH Wien ist, übernommen. Dadurch konnte die geplante Übersiedlung dieser Abteilung in das BHS Wien optimal vorbereitet werden. In den beiden Jahren 2015 und 2016 wurden dann die kommenden großen Veränderungen bezüglich des Leistungsangebots in unseren Krankenhäusern intensiv geplant, denn mit 1.1.2017 standen Übersiedlungen von großen medizinischen Abteilungen bevor.

Veränderungen 2017 

Die Orthopädische Abteilung unter der Leitung von Prim. Dr. Anderl übersiedelte per Anfang 2017 vom Barmherzigen Schwestern KH Wien in das Herz-Jesu Krankenhaus. Sie bildet dort mit der bestehenden Abteilung für Orthopädie unter der Leitung von Prim. Dr. Schneider und der Internen Abteilung mit den Schwerpunkten in den Bereichen der Rheumatologie und Osteologie eine - neben dem Orthopädischen Spital Speising - weitere Fachklinik für den Bewegungsapparat mit zusätzlicher starker internistischer Expertise.

Im Gegenzug wurde die Abteilung für Chirurgie des Herz-Jesu Krankenhaus, die – wie oben angeführt - bereits seit Anfang 2015 von Prim. Klaus geführt wurde, in das Barmherzige Schwestern KH Wien übersiedelt und dort mit der bestehenden Chirurgischen Abteilung zusammengeführt. Diese sehr große Abteilung, die letztendlich rund 70 Betten führen soll, ist neben den allgemeinchirurgischen Operationen auf die Chirurgie des gesamten Verdauungstraktes inkl. der Adipositaschirurgie und auf die Onkologische Chirurgie spezialisieren. 

Zusätzlich zur Spezialisierung auf die Onkologische Chirurgie wurde im Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien Anfang 2017 - vorerst im Rahmen der II. Medizinischen Abteilung – ein Department für Onkologie mit Normalpflegebetten und einer eigenen Tagesklinik für die internistische Betreuung onkologischer Patienten eingerichtet. Dieses Department steht unter der Leitung von Prim. Univ.-Prof. Dr. Öhler, der bereits seit mehreren Jahren eine Onkologische Abteilung im St. Josef Krankenhaus führt. Die im Bereich der onkologischen Chirurgie operierten Patienten können daher ab dem heurigen Jahr direkt im Barmherzige Schwestern KH Wien mit weiterführenden Therapien (v.a. Chemotherapie) behandelt werden. Als nächster Schritt wird der onkologische Bereich zu einer internistischen Vollabteilung ausgebaut werden. 


Nicht zuletzt erfolgte zum Jahresanfang auch die Übersiedlung der Abteilung für Urologie unter der Leitung von Prim. Univ.-Doz. Dr. Brössner aus dem Göttlicher Heiland Krankenhaus in das Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien. Diese Abteilung hat ihre Schwerpunkte vor allem in der Behandlung der männlichen Inkontinenz, des Prostatakarzinoms sowie in minimal-invasiven Operationsmethoden. Insgesamt wird durch die Urologie das bestehende Fachspektrum des Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien mit seiner Ausrichtung auf den gesamten gastroenterologischen Bereich ideal erweitert.

Weitere Umsiedelungen für Anfang 2019 geplant 

Voraussichtlich zum 1.1.2019 erfolgen die nächsten im Rahmen der STRATEGIE 2020 geplanten Übersiedelungen: Dabei wird die schon seit langem geplante Übersiedlung der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe vom Göttlicher Heiland Krankenhaus in das St. Josef Krankenhaus stattfinden. Ergänzend dazu wird im St. Josef Krankenhaus im Jahr 2018 eine komplett neue Station für Neonatologie für die Betreuung der Frühgeborenen und eine eigene Kinderabteilung etabliert werden. Im St. Josef Krankenhaus wird damit eine der größten Geburtsabteilungen in Wien bzw. ganz Österreich geführt werden und gemeinsam mit der Kinderabteilung wird dort ein integriertes Eltern-Kind-Zentrum etabliert werden. 
Gleichzeitig übersiedelt die I. Medizinische Abteilung/Kardiologie unter der Leitung von Prim. Dr. Frömmel aus dem Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien in das Göttlicher Heiland Krankenhaus und wird dort den bestehenden und intensiv auszubauenden Schwerpunkt für Herz- und Gefäßmedizin mit deutlicher Spezialisierung auf die Altersmedizin massiv stärken.

Integrierte Versorgung

Im Zuge der Strategie 2020 schafft die Vinzenz Gruppe an jedem Standort ihrer  Krankenhäuser sogenannte Gesundheitsparks, die die Lücke an der Schnittstelle von der ambulanten zur stationären Versorgung schließen. Ziel ist es, den Menschen in ihrem Wohngebiet ein breites, aufeinander abgestimmtes Angebot an medizinischen Leistungen (ambulanten Behandlungen, Rehabilitation, Pflege etc.) anzubieten. Wir wollen die Menschen dabei unterstützen, gesund zu bleiben und sie im Falle einer Erkrankung oder Verletzung vor, während und nach ihrem Krankenhausaufenthalt durchgehend begleiten.  

 

Die fünf Fachkliniken in Wien ab 2020

Göttlicher Heiland Krankenhaus:
Fachklinik für Gefäßmedizin und Herzerkrankungen. Spezialisiert auf Altersmedizin inklusive Neurologie und Chirurgie

Herz-Jesu Krankenhaus:
Orthopädische Fachklinik mit hoher internistischer Expertise in Rheumatologie, Osteologie und Remobilisation

Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien:
Die Fachklinik für den gesamten Verdauungstrakt und urologischen Bereich, Onkologie und Psychosomatik

Orthopädisches Spital Speising:
Orthopädische Fachklinik mit langer Tradition und Erfahrung für alle Erkrankungen des Bewegungsapparates. Zudem wird es im Orthopädischen Spital Speising ab frühestens Mitte 2017 auch ein unfallchirurgisches Angebot geben.

St. Josef Krankenhaus:
Eltern-Kind-Zentrum und Fachklinik für Onkologie